Es war einmal ein sehr stolzer Kaiser, der Gott nicht ehrte. Unter seinen Untertanen befand sich ein gläubiger Mann, der von Beruf Juwelier war. Er hatte stets einen Spruch auf den Lippen: „Groß ist Gott!“ Dem Kaiser gefiel dieses Wort nicht; er hätte lieber gehört: „Groß ist der Kaiser!“ Deshalb suchte er nach einem Vorwand, um ihn ins Gefängnis zu werfen. So rief er den Juwelier zu sich und sprach: „Ich gebe dir diesen Ring mit meinem Siegel, damit du ihn reinigst, und in drei Tagen bringst du ihn mir zurück.“ „Ja, o Kaiser, denn groß ist Gott!“, antwortete der Juwelier.
Der Kaiser ging, um den Ring zu verpacken, doch er entfernte den Edelstein und warf ihn ins Meer. Dann gab er dem Juwelier den Ring ohne den Stein.
Als der Juwelier am nächsten Tag das Päckchen öffnete und den Ring ohne den Stein sah, begann er zu weinen, da er wusste, dass ihn der Zorn des Kaisers erwartete. Er erzählte auch seiner Frau von dem Unglück, das sie erwartete, und auch sie weinte. Dann beteten sie zu Gott, dass er sie aus dieser Not befreie. Daraufhin ging die Frau, um Fisch zu kaufen.
Zu Hause, als sie den Fisch zubereitete, war ihre Überraschung groß, als sie in den Eingeweiden des Fisches einen Edelstein fand. Die Frau ging damit zu ihrem Mann, und dieser erkannte den Stein vom Ring des Kaisers.
Glücklich setzte der Juwelier den Stein in den Ring ein und rief aus: „Groß ist Gott!“, dann ging er mit dem Ring zum Kaiser.
„Ist der Ring fertig?“, fragte der Kaiser. „Fertig, denn ‚Groß ist Gott‘.“
Der Kaiser nahm den Ring, und als er den Stein an seinem Platz sah, blieb er stumm vor Staunen. Der Juwelier erzählte ihm, wo er den Stein gefunden hatte, und der Kaiser rief aus: „Wahrlich, groß ist Gott.“
Wenn wir nur ein wenig vom Glauben dieses Mannes hätten, würden wir wunderbare Dinge vollbringen, in erster Linie mit uns selbst und in zweiter Linie für die Menschen um uns herum!