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Gleichnis

Du hast den Grad der Vollkommenheit noch nicht erreicht

Der heilige Makarios der Große betete in seiner Zelle, als er eine Stimme hörte, die zu ihm sprach: „Du, Makarios, hast den Grad der Vollkommenheit der beiden Frauen, die an jenem Ort leben, noch nicht erreicht.“

Frühmorgens machte er sich, auf seinen Stab gestützt, auf den Weg zu diesem Ort. Als er dort ankam, klopfte er an das Tor, und eine der beiden Frauen kam, um ihm zu öffnen und ihn ins Haus zu bitten. Makarios setzte sich und rief die beiden Frauen zu sich. Sie kamen und setzten sich neben ihn.

Der alte Makarios sagte zu ihnen: „Ich habe mich sehr abgemüht, um bis zu euch zu gelangen. Sagt mir nun, worin bestehen eure guten Werke?“

Die beiden Frauen antworteten, dass sie in jener Nacht nicht von ihren Männern getrennt gewesen seien. Dann fragten sie: „Welche guten Werke hätten wir denn tun können?“

Makarios aber beharrte darauf. Er wollte ihre Taten kennenlernen. Da sagten sie: „Wir waren früher nicht einmal miteinander verwandt, dann heirateten wir zwei Männer, die Brüder waren. Seit 15 Jahren leben wir im selben Haus. Wir erinnern uns nicht daran, uns je gestritten oder dass eine von uns die andere beleidigt hätte. Wir haben diese Jahre in Stille und Frieden verbracht. Irgendwann jedoch erwachte in unseren Herzen der Wunsch, in ein Kloster für Jungfrauen einzutreten, und wir baten unsere Ehemänner um ihre Meinung, die unseren Vorschlag aber nicht annahmen. Und da wir unseren Wunsch nicht verwirklichen konnten, haben wir mit ihnen vor Gott ein Gelübde abgelegt: Bis zum Tod sollen keine leeren und unnützen Worte über unsere Lippen kommen.“

Vater Makarios hörte ihnen zu und sagte dann zu ihnen: „Wahrlich, was zählt, ist nicht, ob man Jungfrau oder verheiratet, Mönch oder Laie ist. Gott schenkt in Wahrheit allen den Heiligen Geist, je nach der Bereitschaft, die ein jeder hat.“