Ein Mann litt unter dem rauen Verhalten seiner Vorgesetzten. Dies drohte, ihn zu demütigen und einen falschen Eindruck von seinem Charakter zu vermitteln. Ein Priester empfing ihn, brachte die Dinge in Ordnung und durchleuchtete seine Seele sehr treffend: „Du bist gut, feinfühlig, friedlich, du bist das Lamm Gottes. Aber wenn die Menschen um dich herum rau zu dir sind, wehrst du dich innerlich, und dann beurteilen sie dich falsch und verstehen dich nicht. Wenn sie dich jedoch mit Güte behandeln, bist du zu solch guten Dingen fähig, dass alle überrascht sind.
Die Menschen, die dich falsch beurteilt und verletzt haben, kennen jene alte Fabel vom Wind und der Sonne nicht, die sich stritten, wobei jeder von sich behauptete, der Stärkere zu sein. Sie einigten sich darauf, dass derjenige von ihnen stärker sei, der es schafft, dem Hirten, der gerade den Berg bestieg, seinen Pelzmantel auszuziehen. Der Wind blies, so stark er konnte, aber dem Hirten wurde kalt und er wickelte sich noch fester in seinen Mantel ein. Dann kam die Sonne hinter einer Wolke hervor und verbreitete Güte und Wärme, so dass dem Hirten warm wurde und er seinen Pelzmantel auszog. Da rief die Sonne dem Wind zu: ‚Hast du gesehen, wer von uns beiden der Stärkere ist?‘“
Der Priester schloss mit den Worten: „Man gewinnt den Menschen nicht mit Härte, sondern mit Güte.“