Der Mensch – Vater unser im Himmel... Gott – Ja! Sag mir, worum geht es? Der Mensch – Geheiligt werde Dein Name... Gott – Meinst du das ernst? Der Mensch – Was soll ich ernst meinen? Gott – Dass du Meinen Namen heiligen willst. Weißt du, was das bedeutet? Der Mensch – Es bedeutet, es bedeutet... ach, Herr, ich weiß nicht, was es bedeutet. Woher soll ich das wissen? Gott – Es bedeutet, dass du Mich ehren willst, dass Ich das einzig Wichtige für dich bin, dass Mein Name in deinen Augen wertvoll ist. Der Mensch – Aha!... Jetzt verstehe ich. Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Gott – Tust du etwas dafür? Der Mensch – Dass Dein Wille geschehe? Natürlich. Ich gehe jeden Sonntag in die Kirche, bezahle jährlich meinen Beitrag, spende für Missionen... Gott – Ich will aber mehr von dir. Ich will, dass dein Leben geordnet ist, dass die schlechten Gewohnheiten, mit denen du anderen auf die Nerven gehst, verschwinden, dass du lernst, auch an andere zu denken, nicht nur an dich, dass allen, die mit dir in Berührung kommen, geholfen wird. Ich will, dass du die Hungrigen, die Traurigen, die Durstigen, die Nackten, denen du begegnest, nach deinen Möglichkeiten speist, liebevoll tröstest, tränkst und kleidest..., denn alles, was du den Menschen tust, tust du in Wahrheit für Mich. Ich will, dass du deine Sünden siehst, sie bereust, sie beichtest, mit dir selbst kämpfst, um sie nicht mehr zu tun, und dein Leben zum Guten wendest. Der Mensch – Warum sagst Du all das ausgerechnet mir, Herr? Weißt Du, wie viele Heuchler in der Kirche sitzen? Schau sie Dir an! Gott – Entschuldige! Ich dachte, du betest wirklich darum, dass Mein Wille geschehe. Das beginnt aber bei demjenigen, der darum bittet. Erst wenn du willst, was Ich will, kannst du ein Verkünder Meiner Werke werden. Der Mensch – Jetzt verstehe ich. Aber kann ich weiterbeten? Unser tägliches Brot gib uns heute... Gott – Du wiegst mehr, als du solltest. Deine Bitte enthält auch die Verpflichtung, dafür zu sorgen, dass die Millionen Armen dieser Welt ihr tägliches Brot haben. Der Mensch – Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern... Gott – Und Vasile! Der Mensch – Vasile? Fängst Du schon wieder damit an? Du weißt genau, dass er mich öffentlich blamiert, dass er sich mir gegenüber so arrogant verhält. Er nimmt mich als Arbeitskollegen nicht ernst, er tritt mich ständig mit Füßen. Und er weiß, dass mich das ärgert. Gott – Ich weiß, ich weiß. Aber dein Gebet? Der Mensch – So habe ich das nicht gemeint... Gott – Wenigstens bist du ehrlich. Aber macht es dir Freude, ständig mit so viel Abneigung und Bitterkeit in der Seele herumzulaufen? Der Mensch – Nein, das macht mich krank. Gott – Ich will dich heilen. Vergib Vasile, und so werde auch Ich dir vergeben. Vielleicht wirst du etwas verlieren, sicher wirst du etwas verlieren. Aber dieser Verlust wird dir Freude in die Seele bringen. Der Mensch – Hm! Ich weiß nicht, ob ich mich überwinden kann, um dieses Ziel zu erreichen. Gott – Ich werde dir helfen, du musst es nur wollen und den ersten Schritt in diese Richtung tun! Der Mensch – Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Gott – Achte auf eine einzige Sache: Du musst die Personen und Situationen meiden, durch die du versucht wirst. Der Mensch – Wie soll mir das gelingen? Gott – Du kennst deine Schwächen: die Unhöflichkeit, die Aggressivität, der Umgang mit Geld, die Bildung... Gib dem Versucher keine Chance! Der Mensch – Ich glaube, dieses Gebet war das längste und schwerste, das ich je gesprochen habe. Aber es hatte zum ersten Mal mit meinem täglichen Leben zu tun. Gott – Gut, lass uns jetzt weitermachen. Bete in Ruhe zu Ende. Der Mensch – Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Gott – Weißt du was? Wenn die Menschen anfangen, Mich ernst zu nehmen, mit Glauben zu beten, Mir zu folgen und Meinen Willen zu tun, wenn sie für das Kommen Meines Reiches arbeiten und bemerken, dass sie das glücklich macht, dann empfinde Ich eine unendliche Freude.
Gleichnis