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Gleichnis

Die Raupe

Die Raupe blickte um sich: Einige sprangen, andere sangen, viele flogen, wenige rannten... alle Insekten waren in ständiger Bewegung und glücklich. Nur sie, die Ärmste, war stimmlos, ohne Beine, ohne Flügel. Aber sie beneidete niemanden, sie wusste, dass sie eine Larve war, und sagte sich: „Jeder hat seine Bestimmung!“ Und so begann sie ihre Arbeit.

In kurzer Zeit spann sie sich in ein Seidengespinst ein, zog sich von der Welt zurück, verharrte dann still in ihrem Kokon und wartete, indem sie sich sagte: „Noch ein wenig Geduld!“

Zum gegebenen Zeitpunkt schlüpfte aus dem Seidenkokon ein wunderschöner, metallisch blauer Schmetterling, groß und zart, der seine anmutigen Flügel ausbreitete und sich in die Lüfte erhob, wobei er gänzlich vergaß, dass er einst eine Raupe gewesen war.

Jeder hat seine Bestimmung; das Gute ist jederzeit möglich; der Schein trügt; man muss den Schein vom Wesen trennen.