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Gleichnis

Der heuchlerische Mensch

Nachdem er einige Stunden auf dem Feld gearbeitet hatte, setzte sich ein Bauer in den Schatten eines Baumes, um sich auszuruhen. Plötzlich flog eine Wildente herbei und ließ sich direkt neben ihm nieder, um die auf das Feld gefallenen Körner aufzupicken. Vorsichtig nahm der Bauer seine Mütze ab und – zack! – fing er den Vogel.

„Was für ein Glück ich habe“, sagte er sich. „Ich werde ein Feuer aus Reisig machen und diese Ente braten. Du wirst sehen, wie gut sie schmecken wird!“ Doch als er versuchte, den Vogel unter der Mütze hervorzuholen, schlüpfte dieser schnell an der Hand des Mannes vorbei, erhob sich sofort in die Lüfte und war verschwunden.

Verärgert blickte der Bauer ihr nach und sagte: „Oh, was für eine gute Seele ich bin! Ich hoffe, Gott sieht, wie ich mich dieses Vogels erbarmt habe, indem ich ihn freiließ, und dass Er mich für das Gute, das ich getan habe, belohnen wird!“

Welche Belohnung hätte ein solcher Mensch verdient? Wer versucht, eine Sünde mit einer anderen Sünde, eine Lüge mit einer anderen Lüge, ein Übel mit einem anderen Übel zu verbergen, der täuscht sich nur selbst. So wie die Finsternis nur durch Licht vertrieben wird, so kann auch das Böse nur durch das Gute vertrieben werden.

„Sünde ist Ungerechtigkeit. Wer sündigt, tut entweder sich selbst oder einem anderen Unrecht“ (Heiliger Johannes Chrysostomos).