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Gleichnis

Jonathans Ei

Ein kleiner Junge namens Jonathan Foerster wurde mit einer körperlichen und einer leichten geistigen Behinderung geboren. Seine Eltern litten sehr darunter. Im Alter von 12 Jahren kam er in die Schule, in eine Klasse mit 15 normalen Kindern. Nur mit Mühe akzeptierte die Lehrerin, dass Jonathan Teil dieser Klasse wurde. Sie wollte ihn in eine Sonderschule schicken. Hier, bei allem guten Willen ihrerseits, machte Jonathan kaum Fortschritte. Er konnte nur schwer schreiben und sprechen.

Der Frühling kam, und die Kinder freuten sich auf das bevorstehende Osterfest. Die Lehrerin erzählte den Kindern die Geschichte von der Auferstehung Jesu, und um den Wandel, also den Übergang vom Tod zum neuen Leben, zu verdeutlichen, gab sie jedem Kind ein Plastikei, in das es zu Hause etwas legen sollte, das das neue Leben darstellt.

Am nächsten Tag brachten die Kinder die Eier zurück, gaben sie der Lehrerin, und diese öffnete sie. Im ersten Ei fand sie eine Blume. „Ja“, sagte die Lehrerin, „die Blume ist aus der Natur genommen, sie ist ein Zeichen für neues Leben“. Ein Kind aus der hinteren Reihe hob die Hand und sagte: „Das ist mein Ei!“ Im zweiten Ei befand sich ein Schmetterling aus Plastik: „Wir alle wissen, dass aus einer so hässlichen Raupe ein so wunderbarer Schmetterling entsteht“. Im nächsten Ei fand sie ein Steinchen, auf dem Moos wuchs.

Das vierte Ei war ungewöhnlich leicht. Sie öffnete es, und es war leer. „Das ist bestimmt von Jonathan“, dachte sie. „Wahrscheinlich hat er nicht verstanden, was er mit dem Ei tun sollte. Wie schade, dass ich vergessen habe, es seiner Mutter zu sagen!“ Da sie ihn nicht in eine peinliche Lage bringen wollte, legte sie das Ei wortlos beiseite und griff nach einem anderen. Plötzlich meldete sich Jonathan zu Wort. „Frau Lehrerin, warum wollen Sie nicht über mein Ei sprechen?“ Verlegen antwortete die Lehrerin: „Aber, Jonathan, dein Ei ist leer!“ Er blickte ihr direkt in die Augen und sagte: „Ja, aber das Grab von Jesus war auch leer!“ Eine Weile sagte niemand ein Wort.

Als die Lehrerin sich wieder gefasst hatte, fragte sie Jonathan: „Weißt du, warum das Grab leer war?“ „Ja“, antwortete er, „Jesus wurde getötet und ins Grab gelegt. Aber sein Vater hat Ihn von den Toten auferweckt!“ Die Lehrerin war tief beeindruckt von den Antworten des Kindes. Dieser seltsame Junge, der als geistig zurückgeblieben galt, hatte die Wahrheit der Auferstehung besser verstanden als alle anderen Kinder.

Drei Monate später starb Jonathan. Nicht gering war die Überraschung derer, die zur Beerdigung gekommen waren, um von ihm Abschied zu nehmen, als sie auf dem Sargdeckel Eierschalen sahen.

Manchmal verstehen Menschen, die als zurückgeblieben oder behindert gelten, bestimmte Aspekte besser, die für normale Menschen unverständlich sind. Menschen mit Behinderung sind auch Menschen. Sie dürfen NICHT verachtet, unterbewertet, ausgegrenzt und misshandelt werden, denn sie sind vor Gott ebenso wertvolle Menschen wie alle anderen.