Einst wurde ein Mönch gefragt: – Vater, was ist die größte Sünde? – Der Selbstmord ist zweifellos die schrecklichste Sünde. Niemand hat das Recht, sich das Leben zu nehmen, das Gott ihm aus Seiner Güte geschenkt hat. Auch wenn wir im Leben von großen Schwierigkeiten oder Verzweiflung heimgesucht werden, hat Gott uns auch die Kraft gegeben, sie zu überwinden, und durch Gebet und Umkehr wird alles leichter erscheinen.
Judas war derjenige, der sich von Jesus und Seiner Lehre lossagte. Allmählich entfernte sich sein Herz von Gott, und an die Stelle der Liebe und des Willens trat die Unbesonnenheit. Das Vertrauen, das der Glaube schenkt, verschwand. Zuerst war Judas mit Jesus nicht einverstanden, dann verriet er Ihn, um sich schließlich das Leben zu nehmen, als Zeichen des völligen Bruchs mit Gott.
Judas tötete sich nicht aus Verzweiflung, sondern aus Hass. Und deshalb ist der Selbstmord die größte Sünde. Dein Herz muss in der Hoffnung auf Besserung, auf Erlösung leben, nicht getötet werden. Selbst der sündigste Mensch darf nicht der Verzweiflung anheimfallen, sondern soll auf die Barmherzigkeit und Güte Gottes vertrauen.
Durch den Selbstmord entkommt der Mensch nicht den Schwierigkeiten, sondern verurteilt sich selbst zur Ohnmacht und macht sich dadurch der Erlösung unwürdig. Sich das Leben zu nehmen ist kein Heldentum, sondern Feigheit. Würdet ihr den Kapitän loben, der aus Furcht vor dem Sturm sein Schiff selbst versenken wollte und alles, was darauf ist, ertränkt? Auch uns suchen Stürme der Sünden heim. Sollen wir den Kampf aufgeben? Sollen wir das Leben aufgeben? Sollen wir selbst alles ertränken, was das Beste in uns ist: die Hoffnung, die Liebe, den Lebenswillen? Auf keinen Fall.
Umso größer ist das Verdienst dessen, der im Leben erfolgreich ist, indem er Hindernisse und Schwierigkeiten überwindet! „Wer nicht glaubt, dass er auferstehen und Rechenschaft ablegen wird, sondern denkt, sein ganzes Wesen beschränke sich auf dieses Leben, dem werden die guten Taten nicht viel bedeuten. Der Glaube an die Auferstehung ist der wahre Trost in den Leiden, im Kampf mit den Mühen und den Schwierigkeiten des Lebens. Kein Mensch darf verzweifeln“ (Heiliger Johannes Chrysostomus).