An einem Nachmittag trafen sich auf der Gasse eines Dorfes der örtliche Priester und ein Bauer aus seiner Pfarrei. Als der Priester ihn sah, fragte er ihn: „Gestern Morgen traf ich zwei Dorfbewohner, die sich aus irgendeinem Grund stritten, und es gelang mir schließlich, sie zu versöhnen. Ich sah, dass du an ihnen vorbeigingst, ohne dich darum zu kümmern, und deinen Weg ruhig fortsetztest. Wie ist so etwas möglich? Glaubst du, du hast richtig gehandelt?“
„Herr Pfarrer“, antwortete der Mann, „ich glaube nicht, dass es wichtig ist, was ich tue. Gott ist mächtig, und wenn er mich erlösen will, wird er mich erlösen, und wenn er mich nicht erlösen will, dann wird es so sein, ganz gleich, was ich tue.“
„Ach, mein Sohn, wie kannst du so reden?!“, erwiderte der Priester sanft. „Sag mir, woher kommst du jetzt mit der Hacke auf dem Rücken?“
„Nun, woher sonst, Herr Pfarrer? Vom Feld. Ich arbeite dort seit heute Morgen. Bei all meiner Mühe hoffe ich von ganzem Herzen, dass Gott mir eine gute Ernte schenken wird.“
„Glaubst du nicht, mein Sohn, dass es mit deinem Leben und deinen Sünden genauso ist? Warum gehst du aufs Feld arbeiten? Wenn Gott will, dass du eine gute Ernte hast, wirst du alles bereit vorfinden; wenn er es nicht will, warum mühst du dich dann ab? Scheint dir das normal?“
„Nein, Herr Pfarrer! Wenn ich nicht arbeite, wie könnte ich dann etwas zu essen haben?“
„So ist es, mein Sohn, wenn du mit Liebe arbeitest, hilft dir Gott und du bekommst eine gute Ernte. Sieh, genauso ist es: Wenn du ohne Sünde lebst und dich sowohl um dich selbst als auch um die Menschen um dich herum kümmerst, dann erbarmt sich Gott und selbst wenn du im Leben Fehler gemacht hast, vergibt er dir deine Sünde, und beim Gericht wirst du erlöst werden. So wie Unkraut einen ungepflegten Garten überwuchert, so bemächtigen sich die Sünden der Seele des bösen Menschen. So wie du danach trachtest, dass die Menschen um dich herum Frieden und Freude, Glauben und Hoffnung auf die Erlösung haben, so wird auch Gott danach trachten, dass auch du all dies erhältst. Handle nie wieder so wie gestern! Wenn du jemandem helfen kannst, selbst mit einem Ratschlag oder einem guten Wort, tu es sofort, denn wir müssen auf alles achten, was uns im Leben begegnet, denn die ganze Welt ist der Garten, um den wir uns alle kümmern müssen. ‚Nur wer seinen Nächsten liebt, liebt Gott‘ – Heilige Schrift.“