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Gleichnis

Auf den Spuren Christi gelangen wir in den Himmel

In einer Nacht, als ein alter Mönch im Gebet stand, hatte er eine Offenbarung von einem Engel. Er sah einen langen Weg, einen Weg, der von der Erde ausging und sich in die Lüfte erhob, bis er sich in den Wolken verlor und von dort zum Himmel führte. Aber es war kein leichter Weg, vielmehr war er voller Hindernisse, übersät mit rostigen Nägeln, scharfen und spitzen Steinen und Glasscherben. Die Menschen gingen auf diesem Weg barfuß. Die Nägel bohrten sich in ihre Fußsohlen, die Füße vieler waren blutig. Aber die Menschen gaben nicht auf: Sie wollten in den Himmel gelangen. Doch jeder Schritt brachte Schmerz, und der Weg war langsam und beschwerlich.

Dann sah er Jesus, wie Er voranging. Auch Er war barfuß. Er ging langsam, aber entschlossen. Und Er verletzte sich nicht an den Füßen. Jesus stieg unablässig auf. Schließlich gelangte Er in den Himmel und setzte sich dort auf einen goldenen Thron. Er blickte herab auf jene, die sich bemühten, aufzusteigen. Er ermutigte sie mit Seinen Blicken und Gesten, Er spornte sie an, in Seinen Spuren zu gehen.

Unmittelbar nach Ihm kam die Jungfrau Maria, Seine Mutter. Die Jungfrau ging sogar schneller als Jesus. Und wisst ihr, warum? Weil sie in die Fußspuren trat, die Er hinterlassen hatte. So gelangte sie schnell an die Seite ihres Sohnes, der sie auf einen großen Stuhl zu Seiner Rechten setzte. Von dort aus begann auch die Jungfrau Maria, die Aufsteigenden zu ermutigen und sie einzuladen, wie sie in die von Jesus hinterlassenen Spuren zu treten, denn wer dort hineingetreten wäre, hätte sich nicht verletzt und keinen Schmerz verursacht.

Die Weisen taten dies und kamen schnell und ohne Schmerzen und Klagen dem Himmel näher. Die anderen jedoch weinten bitterlich wegen ihrer Wunden, hielten oft an, gaben manchmal ganz auf und blieben am Wegesrand stehen, von Traurigkeit überwältigt, da ihre Augen nicht auf Christus und Seine heilige Mutter gerichtet waren. Sie traten mitten in Dornen und Disteln, ohne auf die Spuren der Schritte Christi zu achten.

Gib uns, o Herr, die Weisheit und die Seelengröße, die heiligen Lehren mit Liebe anzunehmen, alle Ermahnungen, die für unser Heil in diesem Zeitalter des Stolzes und der Selbstliebe nützlich sind. Führe Du, o Herr, uns Menschen auf unserem Weg entgegen, die Dir wohlgefällig sind, damit sie uns durch ihren Gehorsam Dir gegenüber ein Vorbild seien und wir auf ihr Wirken achten. Vereine uns in einem Sinn und hilf uns, in Gemeinschaft und Frieden zu leben, indem wir uns gegenseitig stärken, wie einst die alten Christen, die in vollkommener Brüderlichkeit lebten! Amen!