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Gleichnis

Der Dichter und der Räuber

Irgendwo in einer Stadt lebte ein Dichter, der seine von Gott erhaltene Gabe (Verse zu schreiben) nur zum Schlechten nutzte, denn er schrieb geschmacklose Gedichte, in denen Gott und die Heiligen verleumdet wurden. Deshalb lasen zu seiner Zeit nur wenige seine abscheulichen Verse.

Nicht weit vom Dichter entfernt, in einem Wald, lebte ein Räuber, vor dem sich viele Menschen fürchteten und der viele böse Taten begangen hatte. Doch neben seinen bösen Taten baute auch er einen Brunnen an der Straße, die am Wald vorbeiführte.

Nach einiger Zeit, als ihr Lebensfaden zu Ende war, starben beide und wurden für ihre bösen Taten in die Hölle gebracht. Der Räuber hatte für seine bösen Taten eine sehr große Flamme unter sich, die ihn fast ganz bedeckte; der Dichter hatte nur ein kleines Feuer, das ihn verbrannte.

Mit der Zeit wurde die Flamme unter dem Räuber kleiner, denn die Menschen, die an jenem Weg vorbeikamen, wo sich der vom Räuber gebaute Brunnen befand, freuten sich, wenn sie Wasser tranken, und gedachten dessen, der ihn gebaut hatte, denn der Brunnen hatte ein sehr gutes Wasser und sie löschten damit ihren Durst.

Die Flamme unter dem Dichter aber wurde immer größer, weil die Menschen, die seine Gedichte lasen, Anstoß nahmen, ungläubig wurden und seinetwegen die Existenz Gottes leugneten und so ihre Seelen verloren. Während der Räuber nur noch ein winziges Feuer unter sich hatte, wurde die Flamme unter dem Dichter immer größer…