Ein berühmter Bildhauer arbeitete einst an einer Statue aus einem kostbaren Holz. Als er sie fertigstellte, waren alle, die sie sahen, der Meinung, dies sei das Werk Gottes; etwas von solcher Schönheit könne nicht aus den Händen eines Menschen stammen.
Der Fürst des Ortes fragte den Bildhauer: „Hast du ein Geheimnis?“
Er antwortete ihm: „Ich bin ein Handwerker und habe keine Geheimnisse. Es ist ganz einfach. Als ich begann, über das Werk nachzudenken, mit dem Eure Majestät mich beauftragt hatten, sammelte ich meinen Geist und dachte nicht mehr an Kleinigkeiten. Ich fastete, um zur Ruhe zu kommen. Nach drei Tagen des Fastens vergaß ich Belohnung und Ehre. Nach fünf Tagen dachte ich nicht mehr an Lob und Tadel. Nach sieben Tagen spürte ich meinen Körper und keines meiner Glieder mehr. Ich wusste nicht mehr, dass ich mich am Hof Eurer Majestät befand. Alles, was mich von der Arbeit hätte ablenken können, war nun beseitigt. Ich konzentrierte mich auf eine einzige Sache: auf die Statue.
Dann ging ich in den Wald, um zu sehen, wie die Bäume gewachsen waren. Als ich den passenden Stamm entdeckte, war die Figur der Statue bereits darin, klar und rein. Ich machte mich an die Arbeit, und die Form ergab sich von selbst. Hätte ich diesen Stamm nicht erblickt, wäre diese Statue nicht entstanden. Aber was war geschehen? Die Sammlung und Konzentration meiner Gedanken trafen genau auf die verborgene Gestalt des Holzes. Aus diesem Zusammentreffen entstand das Werk, das ich Gott verdanke.“