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Gleichnis

Die Geschichte vom zerstörten Bambus

Ein König hatte einst einen sehr schönen Garten. Hier pflegte er jeden Nachmittag spazieren zu gehen, wenn die Sonne am stärksten schien. Von allen Bäumen in diesem Garten war ihm ein Bambusbaum nach seinem Herzen, schön wie kein anderer. Dieser wuchs Tag für Tag, Monat für Monat, Jahr für Jahr und wurde immer schöner. Der König liebte ihn und freute sich über ihn, und der Bambus wusste dies.

Eines Tages näherte sich ihm der König, und der Bambus verneigte sich aus tiefem Respekt bis zur Erde. Der König sprach zum Bambus: „Mein Lieber, ich brauche dich.“ Es schien, als sei der letzte Tag für diesen Bambus gekommen. Er antwortete dem König mit zitternder Stimme: „Herr, ich stehe dir zur Verfügung. Gebrauche mich, wie du es wünschst.“ „Mein Freund“, fuhr der König ernst fort, „um dich gebrauchen zu können, muss ich dich fällen.“ „Mich fällen? Mich, den schönsten Baum in diesem Garten? Nein, das nicht, bitte, nein! Gebrauche mich zu deiner Freude, aber bitte, fälle mich nicht!“ „Mein Teuerster“, sagte der König zu ihm, „wenn ich dich nicht fälle, kann ich dich nicht gebrauchen.“ Im Garten herrschte vollkommene Stille. Der Bambus neigte langsam sein Haupt und sprach: „Herr, wenn du mich nicht gebrauchen kannst, ohne mich zu fällen, dann tue mit mir, wie du es wünschst, und fälle mich.“

„Mein Lieber, ich muss auch deine Äste und Blätter abschneiden.“ „Herr, zerstöre meine Schönheit, aber meine Blätter und Äste, lass sie mir, bitte!“ Der König sagte zu ihm: „Wenn ich dich nicht von Blättern und Ästen befreie, kann ich dich nicht gebrauchen.“ Die Sonne verbarg ihr Gesicht; ein Schmetterling flog besorgt von einem Ort zum anderen, und der Bambus sprach voller Mut: „Herr, befreie mich…“ „Mein Lieber, ich muss dir noch etwas anderes antun. Ich muss dich in zwei Teile spalten und dein Herz entfernen. Wenn ich all dies nicht tue, kann ich dich nicht gebrauchen.“ Der Bambus verneigte sich sogleich bis zur Erde und sprach: „Herr, fälle und spalte!“

Der König fällte ihn, befreite ihn von Ästen und Blättern und spaltete ihn in zwei Teile. Dann entfernte er sein Herz, fügte diese Bambusstücke zusammen und legte sie mit einem Ende an eine Wasserquelle und mit dem anderen auf sein Feld, das nach Wasser seufzte. Sogleich begann Wasser durch den Kanal zu fließen. Schließlich erreichte es auch das Feld. Die Quelle brach in ein Lied der Freude aus und sprach den Bambusrohren ein „Willkommen!“ aus. Auch das Feld freute sich unendlich. Danach konnte Reis gepflanzt werden. Die Tage vergingen, die Pflanzen wuchsen und die Zeit der Ernte kam. Die Früchte waren reichlich.

So wurde der Bambus zu einem Segen für den König. Als dieser Bambus schön war, wuchs er nur für sich selbst und erfreute sich an seiner eigenen Schönheit. Nun, da er sich seinem Herrn ganz hingegeben hatte, wurde der Bambus zu einem Kanal, den der Herr benutzte, um sein Land zu einem fruchtbaren Land zu machen.

Mensch, unterwirf auch du dich dem Willen Gottes, so wie der Bambus sich dem Willen seines Herrn unterworfen hat, und Gott wird aus dir etwas unvorstellbar ewig Schönes machen.