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Gleichnis

Der unbekannte Samariter

Ein reicher Mann kam einst zufällig durch eine Straße, in der eine bedürftige Familie mit einer Schar von Kindern lebte. Viele Menschen drängten sich um die Wohnung dieser armen Leute, denn eines ihrer Kleinen war aus dem Leben geschieden.

Unser Reicher blieb stehen, schob sich durch die Menge, legte eine recht ansehnliche Summe neben den Sarg desjenigen, der aus der Welt der Lebenden gegangen war, und versuchte, ungesehen zu verschwinden.

Die Gläubigen bildeten einen Kreis um den Reichen und fragten ihn, als sie ihn aufhielten: - „Sei so gut und sage uns, wie du heißt.“ - „Verzeiht mir“, sagte der Reiche, „dass ich euren Wunsch nicht erfüllen kann. Jedenfalls möchte ich gerne wissen, zu welchem Zweck ihr das unbedingt wissen wollt?“ - „Die Tat, die du vollbracht hast, übertrifft alle Erwartungen und ist allen Lobes würdig. Sie gleicht der Tat des barmherzigen Samariters aus dem Evangelium, und deshalb haben wir beschlossen, auf jeden Fall deinen Namen herauszufinden.“ - „Sehr gut!“, sagte der Reiche. „Ich verspreche, euch meinen Namen zu nennen, nachdem ihr mir zuerst sagen könnt, wie der Samariter aus dem Evangelium hieß.“

Alle Versammelten waren erstaunt und mussten schweigen und demjenigen freien Durchgang gewähren, der nicht nur den Bedürftigen zu helfen, sondern ihnen auch eine so wertvolle Lektion zu erteilen wusste.

Wir sollen keine Belohnung oder Lob für die Hilfe begehren, die wir den körperlich oder seelisch Verletzten sowie den Bedürftigen oder Notleidenden geben. Die Belohnung wird von Gott kommen, zu dem von Ihm gewählten Zeitpunkt.