Zum Inhalt springen

Gleichnis

Die Kostbarkeit der Gaben

Einst lebte am Rande der Welt, in einem fernen Dorf, eine Künstlerseele, talentiert und weise. Der Meister liebte die Kinder und verwöhnte sie gerne mit bezaubernden Gaben: kleine Dinge, aus großer Leidenschaft geboren, sehr schön, aber ... zerbrechlich! Wie sehr sich die armen Kleinen auch bemühten, sorgsam mit den neuen Spielsachen umzugehen, die zauberhaften Gaben zerbrachen laut und verwandelten sich in Scherben. Die Kleinen weinten verzweifelt und bitterlich.

Und nach einiger Zeit schenkte ihnen der weise alte Mann andere wunderbare Gaben: schwindelerregend schön, aber ... noch zerbrechlicher! Eines Tages klopften die Eltern der Kinder, überwältigt vom Drama der Kleinen, an die Tür des alten Mannes:

„Meister, Ihr seid so weise! Wir wissen, dass Ihr unseren Kindern nur Gutes wollt! Aber warum macht Ihr ihnen solche Geschenke? Sie sind bezaubernd, aber so zerbrechlich!“

Der weise alte Mann antwortete lächelnd:

„Es werden nur wenige Jahre vergehen, und jemand wird ihnen ... sein Herz schenken. Aus der Freude, diese kleinen Dinge zu empfangen – schön, aber zerbrechlich –, und der Traurigkeit, sie in einem Augenblick zu verlieren, werden sie lernen, mit jener unschätzbaren Gabe zumindest ein wenig sorgsamer umzugehen.“