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Gleichnis

Der Falke und die Krähe

Ein Einsiedler sah einmal in einem Wald einen Falken. Der Vogel trug ein Stück Fleisch zu seinem Nest: Er riss das Fleisch in viele kleine Stücke und begann damit, eine verletzte junge Krähe zu füttern.

Der Einsiedler wunderte sich, dass ein Falke eine junge Krähe fütterte und dachte bei sich: Gott hat mir ein Zeichen gegeben. Er vergisst nicht einmal eine verletzte junge Krähe. Gott hat es so gefügt, dass dieser furchterregende Falke einen schutzlosen Vogel einer anderen Art füttert. Daran erkenne ich, wie Gott allen Lebewesen gibt, was sie benötigen; und wir sorgen uns so sehr um uns selbst… Von nun an werde ich aufhören, für mich selbst zu sorgen! Gott hat mich verstehen lassen, was ich zu tun habe. Ich werde mir keine Nahrung mehr suchen! Gott lässt keines seiner Geschöpfe im Stich: Er wird auch mich nicht verlassen.

Gesagt, getan: Er setzte sich dort im Wald nieder und rührte sich nicht mehr von der Stelle. Er betete und betete wieder; er tat nichts anderes. So blieb er drei Tage und drei Nächte, ohne einen Tropfen Wasser zu trinken oder einen Bissen Nahrung zu sich zu nehmen. Nach diesen Tagen war der Einsiedler so geschwächt, dass er nicht einmal mehr seine Hand heben konnte.

Wie er so kraftlos war, schlief er ein. Und siehe, im Traum erschien ihm ein Engel. Der Engel blickte ihn traurig an und sprach: „Es ist wahr, dass das Zeichen für dich war. Aber du hättest lernen sollen, dem Beispiel des Falken zu folgen, nicht dem der Krähe!“