Ein einfacher Mann reiste in Begleitung eines Priesters über einen Feldweg. Während sie über dies und das sprachen, offenbarte der Mann eine seiner Verwirrungen: „Ehrwürdiger Vater, ich kann nicht verstehen, wie es in der Heiligsten Dreifaltigkeit drei Personen gibt, die eine einzige sind. Wie können der Vater, der Sohn und der Heilige Geist drei vereinte, ungetrennte Personen sein, ohne sich miteinander zu vermischen?“
„Mein Sohn“, antwortete der Priester geduldig, „es gibt Dinge, die über unser sündhaftes Denken hinausgehen. Doch was du sagst, ist nicht so schwer zu begreifen. Schauen wir zum Beispiel die Sonne an! Nehmen wir an, die Feuerkugel, die dort seit Ewigkeiten besteht, ist der Vater. Sagen wir dann, das Licht, das uns von der Sonne erreicht, ist der Sohn, Jesus Christus, der kam, um unser Leben zu erleuchten und uns von den Sünden zu befreien. Und dann die Wärme, die ebenfalls von der Sonne kommt, um uns zu wärmen, nehmen wir an, sie sei der Heilige Geist, der mit Seiner Liebe unsere von Bosheit erstarrten Seelen immerfort erwärmt. Siehst du, mein Sohn, die Sonne mit ihrem Licht und ihrer Wärme sind nicht ein und dasselbe, und doch bleiben die drei verschieden, wenn wir über jede einzeln sprechen?
Ebenso sind in der Heiligsten Dreifaltigkeit der Vater, der Sohn und der Heilige Geist Ein und Derselbe Gott, den wir, die Gläubigen, anbeten. Der Mensch ist, wie alle anderen Lebewesen und Dinge, von Gott aus Seiner unendlichen Liebe geschaffen. Aber der Mensch ist nur eine Kreatur, und seine Weisheit oder seine Kräfte können nicht einmal mit denen des Herrn verglichen werden. Doch die stolzen Menschen sündigen, indem sie wagen zu glauben, dass nichts über ihnen steht und dass ihnen alles früher oder später zugänglich ist. Der gläubige Mensch aber weiß, dass nicht der Verstand und nicht die Macht, sondern allein die Liebe alles umfassen kann.
„Gott ist Einer dem Wesen nach, eine einzige göttliche Natur ist in allen drei göttlichen Personen gegenwärtig. Dies bewirkt, dass die drei Personen ineinander existieren (Perichorese) und dass an jedem göttlichen Wirken alle teilhaben, auch wenn es durch eine von ihnen vollbracht wird. Alles geschieht vom Vater, durch den Sohn, im Heiligen Geist, das heißt zum Segen des Vaters, durch das Wirken des Sohnes, mit der Vorbereitung des Heiligen Geistes, durch seine vorherige Innewohnung in der Schöpfung, die das Wirken des Sohnes empfängt.“