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Gleichnis

Der Räuber und der heilige Johannes der Evangelist

Der heilige Johannes fand einen sehr schönen, guten, braven und klugen Knaben, der gern in die heilige Kirche ging. Der Heilige vertraute ihn einem Bischof zur Erziehung an. Der Bischof kümmerte sich jedoch nicht um seine christliche Erziehung, und der Knabe geriet auf Abwege. Er schloss sich einer Räuberbande im Wald an und wurde schließlich selbst zum Anführer der Räuber.

Als der heilige Johannes zum Bischof kam und nach dem Knaben fragte, erzählte ihm der Bischof, dass der junge Mann die Kirche verlassen und sich einer Räuberbande angeschlossen habe. Da machte sich der heilige Johannes auf und suchte den jungen Mann im Wald. Dort ergriffen ihn die Gefährten des jungen Mannes und wollten ihn töten, aber der Heilige sprach zu ihnen: „Tötet mich nicht, sondern bringt mich zu eurem Anführer!“

So wurde der heilige Johannes zum Anführer der Räuberbande gebracht, doch als dieser den Heiligen sah, wollte er fliehen. „Bleib stehen, fliehe nicht, denn es gibt Erlösung für dich. Christus hat mich hierher gesandt“, sagte der Heilige zu ihm.

Danach sprach der Heilige mit den Räubern und überzeugte sie, dass Christus allen vergibt, die Buße tun, ganz gleich, wie viele Verbrechen sie begangen haben mögen. Der Anführer der Räuber war der erste, der sagte: „Lasst uns alle zur Kirche gehen, von wo ich einst fortging, und uns von unseren Sünden reinigen, denn wir sind auf falsche Wege geraten.“

Große Freude herrscht im Himmel über einen Sünder, der erlöst wird, und großen Lohn empfängt, wer zur Erlösung eines sündigen Menschen beiträgt. So sollen auch wir Sünder uns mit Tränen der Buße der Kirche zuwenden, unser Leben zum Guten ändern und auch andere anleiten, so wie es der heilige Johannes der Evangelist getan hat.