Eines Tages, als der Meister nicht in der Werkstatt war, begannen die Werkzeuge zu streiten. Sie stritten lange.
– „Etwas Schlimmeres als die Säge mit ihren scharfen Zähnen gibt es nicht unter der Sonne! Ihre Zähne zerreißen und sie schneidet alles, was ihr in den Weg kommt ... wie ein Drache ...“
– „Was sollen wir über den Hobel sagen, der ohne Erbarmen beißt, wie ein wildes Tier!“
– „Aber der Hammer, der alles mit Gewalt zerschmettert? Was sagt ihr zu ihm?“
– „Oder die Nägel, die dünnen, die mit ihrer scharfen Spitze alles durchbohren und durchdringen. Sie stechen!“
– „Vergessen wir nicht die Raspel, die alles feilt, glättet und zerkratzt!“
So klagten die Werkzeuge des Zimmermanns und beschlossen schließlich, dass sie wegen ihrer übermäßigen Schlechtigkeit nicht länger unter der Sonne leben könnten. Einige von ihnen, wegen ihrer unvergleichlichen Bosheit, wegen der Gewalt ihrer Taten, müssten vertrieben werden, so weit wie möglich verbannt.
Der Hammer war der Meinung, dass insbesondere der Hobel verjagt werden müsse. Der Hobel glaubte, dass die Säge keinen Augenblick länger bei den anderen Werkzeugen bleiben könne. Die Säge wollte nicht einmal mehr von den Nägeln hören, die neben dem Schaden, den sie anrichteten, auch noch so klein und spitz waren. Die Nägel waren gegen die Raspel aufgebracht. Die Raspel gegen den Meißel, der alles spaltete ... gegen den Hobel, die Nägel, den Hammer, die Säge ... Alle waren gegen alle ... die Werkzeuge sprachen sehr wütend und alle gleichzeitig. Es herrschte großer Aufruhr. Ein Lärm sondergleichen.
Plötzlich öffnete sich die Tür und der Zimmermann trat ein. Sofort herrschte völlige Stille.
Der Meister nahm ein Brett, maß es und schnitt es mit der Säge zurecht, dann bearbeitete er die Stücke mit dem Hobel. Er schlug Nägel mit dem Hammer ein und glättete am Ende alles mit der Raspel und dem Schleifpapier.
Indem er die Säge, die zerreißt, den Hobel, der beißt, den Hammer, der zerschmettert, die Nägel, die stechen, und die Raspel benutzte ... hatte der Zimmermann eine wunderschöne Wiege für ein Neugeborenes geschaffen. Seine liebevolle Hand hatte die bösen Werkzeuge geführt und sie dazu gebracht, etwas Gutes, Schönes und Nützliches zu erschaffen.
Das Böse kann sich mit Gottes Hilfe in Gutes verwandeln.