In einem weitläufigen Dorf, das an einem Fluss lag, gab es eine alte Mühle. Jahrelang war das Rad durch die Kraft des Wassers in Bewegung gesetzt worden. Nun aber bestellten die Bauern ihre Felder nicht mehr, weil es sich nicht mehr lohnte. Das gekaufte Mehl war billiger als das in dieser Mühle hergestellte. So erhielt die Mühle eine neue Funktion: Sie wurde in einen riesigen Stromgenerator umgewandelt. Dieser versorgte die Dorfbewohner mit elektrischem Strom. Wenn abends die Sonne unterging und die Lichter angezündet wurden, kam die Elektrizität vom Fluss.
Eines Nachts geschah etwas Seltsames. Jedes Teil des Rades erwachte zum Leben – und sie begannen zu sprechen: die Speichen, die Nabe, die Schaufeln, der Bretterkreis. Es war kein angenehmes Gespräch: Sie beschimpften sich gegenseitig.
Eine Speiche rief verärgert: „Wir wollen uns rückwärts drehen. Ab morgen werde ich mich in die entgegengesetzte Richtung bewegen.“
Und eine andere sagte: „Nein, das ist falsch. Wir müssen uns seitwärts drehen.“
Dann begannen auch die Schaufeln sich zu beklagen: eine wollte nach links, die andere nach rechts. Einige der Hölzer, die den Rahmen des Kreises bildeten, sagten: „Ich will kein Rad mehr sein.“ Und andere: „Ich wäre gerne ein Windrad.“
Man hörte auch einige Stimmen, die warnten: „Seid zufrieden und bleibt an euren Plätzen!“
Doch der Streit wurde immer hitziger. Und schließlich fiel das Rad auseinander. Jedes Teil ging seinen eigenen Weg. Da hielt der Generator an, der Strom fiel aus, und in den Häusern und auf der Straße wurde es dunkel.
Wo es kein Einvernehmen und keine Harmonie gibt, gibt es keine Gemeinschaft, und wo es keine Gemeinschaft gibt, gibt es auch keine Gemeinde.