Ein Mönch betete lange zu Gott, ihm denjenigen zu zeigen, von dem er den Weg zum Reich Gottes lernen könnte. Eines Tages, als er zur Kirche ging, traf der Mönch an der Tür einen zerlumpten Bettler voller Geschwüre. Im Vorbeigehen grüßte ihn der Mönch wie üblich: „Guten Tag!“ „Ich kann mich nicht erinnern, jemals einen schlechten Tag gehabt zu haben!“ „Möge der Herr dir dann Glück schenken, alter Mann!“ „Ich wüsste nicht, jemals unglücklich gewesen zu sein!“ „Ich wünsche dir, was du dir selbst wünschst!“ „Mir mangelt es an nichts!“ „Aber hast du denn keinerlei Bedürfnis?“ „Ich sehne mich nicht nach Wohlergehen, und eben das ist mein Wohlergehen; ich sehne mich nicht nach Glück, und eben das ist mein Glück. Wenn ich Hunger leide, danke ich Gott; wenn mir kalt ist, danke ich Gott; wenn mich alle verjagen, danke ich Gott, denn der Wille Gottes ist stets vollkommen, gut und gerecht.“
Gleichnis