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Gemeinde

Das Sakrament der Trauung

Das Sakrament der Kirche, in dem Mann und Frau die göttliche Gnade empfangen, die ihre Verbindung heiligt — Verlobung, Ordnung des Gottesdienstes, Zeiten ohne Trauungen und benötigte Gegenstände.

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Was ist das Sakrament der Heiligen Trauung?

Die Trauung ist das Sakrament der Kirche, durch das ein Mann und eine Frau, die aus freiem Willen darin übereinstimmen, gemeinsam zu leben, sich gegenseitig zu vervollkommnen und Kinder zu bekommen, die göttliche Gnade empfangen, welche ihre Verbindung heiligt.

Die Brautleute müssen Mann und Frau sein, dürfen nicht in naher Verwandtschaft zueinander stehen, das heißt nicht bis einschließlich zum siebten Verwandtschaftsgrad, und sie müssen der orthodoxen Kirche angehören. Dem Sakrament der Trauung geht die Verlobung voraus.

Die Verlobung und ihre Ordnung

Die Verlobung ist eine von der Kirche gesegnete Vorbereitung auf die Eheschließung zweier junger Menschen, die einander das Versprechen zur Ehe gegeben haben. Die Kirche segnet diesen alten Brauch durch einen kurzen Gottesdienst, der der eigentlichen Trauung vorausgeht.

Der Verlobungsgottesdienst wird meist zusammen mit der Trauung gefeiert und unmittelbar vor dieser vollzogen; er kann jedoch auch gesondert stattfinden.

Die Verlobten kommen gemeinsam mit ihren Trauzeugen bzw. Paten zur Kirche und bringen zwei Kerzen, den Verlobungsring und die Eheringe mit.

Der Verlobungsring ist ein altes Symbol, das bereits seit der Antike den Schritt vor der Eheschließung kennzeichnet. Seine Bedeutung umfasst sowohl eine gesellschaftliche als auch eine geistliche Dimension. Der Ring, den der Mann seiner zukünftigen Frau schenkt und den sie annimmt, wird zum Zeichen ihrer lebenslangen Verbindung.

Als Erste, von denen sicher bekannt ist, dass sie Verlobungsringe trugen, gelten die Ägypter. Später wurde der Ring zum Zeichen beständiger Liebe. Ursprünglich war die Verlobungszeremonie oft ausführlicher und bedeutsamer als die Trauung selbst, welche lediglich die Erfüllung des bereits eingegangenen Eheversprechens darstellte. Erst später wurde der Ring im Christentum Bestandteil der Trauungszeremonie.

Der Verlobungsgottesdienst findet im Kirchenschiff statt, also im Inneren der Kirche, vor einem Tisch, auf dem das Heilige Evangelium, das Heilige Kreuz, Kerzenleuchter und die Eheringe liegen.

Der Bräutigam steht rechts, die Braut zu seiner Linken, nahe seinem Herzen, wie es der heilige Symeon von Thessaloniki empfiehlt.

Die Rolle der Trauzeugen und Paten

Sowohl bei der Verlobung als auch bei der Trauung werden die Brautleute von Paten bzw. Trauzeugen begleitet.

Ihre Aufgabe ist ähnlich derjenigen der Taufpaten. Sie sind Zeugen und Bürgen für die Ernsthaftigkeit der gegenseitigen Versprechen der zukünftigen Ehepartner und für die Beständigkeit ihrer Verbindung für das ganze Leben.

Traditionell handelt es sich häufig um dieselben Paten wie bei der Taufe oder um deren Nachkommen. Sie müssen orthodox sein und ein christliches Leben führen.

Gegenüber den Brautleuten sollen sie sich wie geistliche Eltern und Begleiter verhalten.

Während des Gottesdienstes halten die Paten brennende Kerzen. Diese sind Zeichen der Reinheit der Brautleute, des Lichtes der göttlichen Gnade und der Freude.

Wann die Trauung gefeiert wird

Da die Trauung ein Anlass großer Freude ist, wird sie traditionell an Festtagen und nach der Göttlichen Liturgie gefeiert, wenn die Gläubigen in der Kirche versammelt sind.

Wann keine Trauungen stattfinden dürfen

Gemäß der kirchlichen Ordnung dürfen Trauungen an folgenden Tagen und in folgenden Zeiträumen nicht gefeiert werden:

  • während der vier großen Fastenzeiten des Kirchenjahres sowie an allen Fastentagen, insbesondere mittwochs und freitags, am Fest der Kreuzerhöhung am 14. September und am Fest der Enthauptung des heiligen Johannes des Täufers am 29. August. Die mit Hochzeiten verbundenen Feierlichkeiten und Festessen stehen nicht im Einklang mit Buße und Enthaltsamkeit des Fastens. Dies entspricht der kirchlichen kanonischen Tradition, unter anderem der Auslegung zum 69. Apostolischen Kanon, dem 52. Kanon der Synode von Laodicea und den Lehren des heiligen Symeon von Thessaloniki;

  • während der Käsewoche, auch „Weiße Woche“ genannt, die als Vorbereitung auf die Große Fastenzeit gilt;

  • während der Lichten Woche zwischen Ostersonntag und Thomassonntag;

  • am Pfingstsonntag;

  • in der Zeit zwischen Weihnachten und Theophanie;

  • am Vorabend der großen Herren- und Muttergottesfeste, damit die Freude der Hochzeitsfeier nicht die geistliche Freude der großen christlichen Feste überlagert.

Während der Großen Fastenzeit kann in begründeten Ausnahmefällen eine Verlobung gefeiert werden, und zwar nur am Fest der Verkündigung des Herrn, sofern dieses nicht in die Karwoche fällt, sowie am Palmsonntag.

Vorbereitung der Brautleute

Vor dem Empfang des Sakraments der Trauung sollen die beiden Brautleute sowie ihre Paten spätestens zwei bis drei Wochen vor der Trauung beim geistlichen Vater zur Beichte gehen.

Falls einer der zukünftigen Ehepartner einer anderen Konfession oder Religion angehört, muss zunächst geklärt werden, ob und unter welchen kirchenrechtlichen Voraussetzungen eine Aufnahme in die Orthodoxe Kirche notwendig ist.

Hat die betreffende Person keine Taufe im Namen der Allerheiligsten Dreifaltigkeit empfangen, so muss sie zunächst in den orthodoxen Glauben aufgenommen und getauft werden.

Was für die Trauung benötigt wird

  • die standesamtliche Heiratsurkunde;

  • die Eheringe für den Verlobungsteil;

  • zwei Kerzen aus reinem Wachs;

  • eine Flasche Rotwein;

  • Gebäck;

  • zwei Wochen vor der Trauung sollen die Brautleute zur Beichte in die Kirche kommen.

Ordnung des Trauungsgottesdienstes

Der wichtigste Teil der Feier ist die Aufsetzung der Kronen.

Der Priester macht mit den Kronen dreimal das Kreuzzeichen über den Häuptern der Brautleute und spricht jeweils dreimal die Worte:

„Der Knecht Gottes / die Magd Gottes (Name) wird mit der Magd Gottes / dem Knecht Gottes (Name) gekrönt im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

Danach setzt er zunächst dem Bräutigam und anschließend der Braut die Krone auf.

Die Traukronen haben die Form von Kronen, wie sie früher Könige und Herrscher trugen. Sie symbolisieren Würde, Ehre und die geistliche Auszeichnung der Brautleute. Zugleich bringen sie zum Ausdruck, dass diese durch ihre eheliche Berufung Anteil am schöpferischen Werk Gottes erhalten und berufen sind, Leben weiterzugeben und Kinder zu bekommen.

Deshalb wird während der Feier gesungen:

„Herr, unser Gott, kröne sie mit Herrlichkeit und Ehre!“

Nach der Krönung wird die Epistel aus dem Brief des heiligen Apostels Paulus an die Epheser, Kapitel 5, Verse 20–33, gelesen. Darin wird die eheliche Verbindung mit der heiligen Beziehung zwischen Christus und der Kirche verglichen, und die Ehepartner werden zur gegenseitigen Liebe aufgerufen.

Danach folgt das Evangelium von der Hochzeit zu Kana in Galiläa, bei der Christus sein erstes Wunder wirkte (Johannes 2,1–11).

Anschließend folgt eine Ektenie. Danach segnet der Priester den gemeinsamen Kelch mit Wein, aus dem Braut und Bräutigam nacheinander trinken, während gesungen wird:

„Den Kelch des Heiles will ich nehmen und den Namen des Herrn anrufen.“

Praktische Informationen

Termine für eine Trauung müssen mindestens drei Wochen vor dem gewünschten Datum vereinbart werden.

Für die Terminvereinbarung ist ein persönliches Gespräch in der Kirche erforderlich, in der Regel nach der sonntäglichen Göttlichen Liturgie gegen 11:45–12:00 Uhr.

Terminvereinbarungen per Telefon sind nicht möglich.