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Gemeinde

Das Sakrament der Beichte

Das Sakrament, in dem der Gläubige von Gott die Vergebung der Sünden empfängt, die er dem Beichtvater mit zerknirschtem Herzen bekennt.

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„Buße und Beichte nehmen dem Teufel seine Rechte. Über einen Menschen, der gläubig ist, zur Kirche geht, beichtet und die Heilige Kommunion empfängt, hat der Teufel keinerlei Macht und keinerlei Herrschaft.“
(Hl. Paisios vom Berg Athos)

Was ist das Sakrament der Buße?

Die Buße ist das heilige Sakrament, durch das der Gläubige von Gott selbst die Vergebung der Sünden empfängt, die er seinem Beichtvater mit aufrichtigem und zerknirschtem Herzen bekennt.

Wann wurde dieses heilige Sakrament eingesetzt?

Der Erlöser hat dieses Sakrament den heiligen Aposteln verheißen, als Er zu ihnen sprach:

„Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, wird auch im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, wird auch im Himmel gelöst sein.“
(Matthäus 18,18; 16,19)

Nach Seiner heiligen Auferstehung setzte Er dieses Sakrament ein mit den Worten:

„Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr sie behaltet, dem sind sie behalten.“
(Johannes 20,22–23)

Die Vollmacht, Sünden zu binden und zu lösen, besitzt allein unser Erlöser Jesus Christus. Er hat diese Vollmacht jedoch den Aposteln und durch sie den Bischöfen und Priestern übertragen.

Die von Johannes dem Täufer verkündete Buße und das damalige Bekenntnis der Sünden (Markus 1,4–5) waren eine Vorankündigung der christlichen Buße und Beichte.

Voraussetzungen für die Vergebung der Sünden

Die Voraussetzungen sind:

  • aufrichtige und tiefe Reue über die begangenen Sünden;

  • das Bekenntnis dieser Sünden gegenüber dem Beichtvater;

  • der feste Entschluss, die Sünden nicht zu wiederholen;

  • ein starker Glaube an Christus;

  • das Vertrauen auf Seine Barmherzigkeit.

Was ist die Lossprechung?

Die Lossprechung ist die vollständige Vergebung der Sünden und die Wiederaufnahme des Menschen, der Buße tut, in die Wirksamkeit der göttlichen Gnade.

Der heilige Johannes Chrysostomos sagt über die den Priestern anvertraute Vollmacht der Lossprechung:

„Obwohl sie auf der Erde wohnen und dort ihr Leben führen, wurden die Priester mit der Verwaltung himmlischer Dinge betraut. Sie haben eine Vollmacht empfangen, die Gott weder Engeln noch Erzengeln gegeben hat. […] Die Fessel, die Gott den Priestern gegeben hat, berührt die Seele und reicht bis zum Himmel.“
(Über das Priestertum, III, 5)

Wer darf die Beichte entgegennehmen?

Nur derjenige, der die Vollmacht und das Recht zur Lossprechung besitzt, also der Bischof und der Priester.

Denn nur den Aposteln und ihren Nachfolgern hat Christus die Vollmacht und den Auftrag gegeben, die Sünden der Menschen zu binden und zu lösen (Matthäus 18,18; Johannes 20,21–23).

Der 102. Kanon des Trullanischen Konzils verpflichtet die Priester, die Art der gebeichteten Verfehlungen sorgfältig zu prüfen, um die jeweils geeigneten geistlichen Heilmittel zu bestimmen.

Der Priester besitzt diese Vollmacht aufgrund der Gnade seiner Priesterweihe. Das Recht, diese Vollmacht konkret als Beichtvater auszuüben, erhält er durch die entsprechende kirchliche Beauftragung.

Es ist empfehlenswert, den Beichtvater nicht ohne wichtigen Grund zu wechseln, etwa wenn der Priester wechselt oder man in eine andere Gemeinde umzieht.

Wer soll beichten?

Wir alle sollen beichten, auch diejenigen, denen es scheint, dass sie nichts falsch machen oder keine Sünden begehen.

Der heilige Evangelist Johannes lehrt:

„Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist Er treu und gerecht, sodass Er uns die Sünden vergibt.“
(1 Johannes 1,8–9)

Besonders Kranke sollen darauf achten, rechtzeitig zu beichten und die Heilige Kommunion zu empfangen, damit das Ende sie nicht unerwartet und unvorbereitet trifft.

Wie soll die Beichte erfolgen?

Das Bekenntnis der Sünden vor dem Beichtvater soll:

  • vollständig sein, das heißt alle seit der Taufe bzw. genauer seit der letzten Beichte begangenen Sünden umfassen, ohne bewusst etwas zu verschweigen;

  • aufrichtig und freiwillig sein;

  • vertraulich und im Rahmen des Beichtgeheimnisses erfolgen;

  • demütig und mit zerknirschtem Herzen geschehen, also mit echter Reue über die begangenen Sünden und dem aufrichtigen Wunsch, sie nicht erneut zu begehen.

Eine bloße Aufzählung der Sünden ohne echte Buße und ohne den Willen zur Änderung führt nicht zur Vergebung, denn der Herr sagt:

„Wenn ihr nicht umkehrt, werdet ihr alle ebenso zugrunde gehen.“
(Lukas 13,5)

Entscheidend ist, dass sich der Christ von einer Beichte zur nächsten darum bemüht, sein Leben immer mehr zu bessern.

Wann und wie oft im Jahr sollen wir beichten?

Die Beichte ist nicht an bestimmte Termine oder feste Zeitpunkte im Jahr gebunden.

Wir können jederzeit zu unserem Beichtvater gehen, wenn wir das Bedürfnis verspüren, unsere Seele von der Last der Sünden zu erleichtern oder Trost, Gnade und die Hoffnung auf Vergebung zu empfangen.

Je häufiger wir beichten, desto besser.

Traditionell ist die Beichte jedoch besonders mit den Fastenzeiten verbunden. Deshalb lehrt uns das vierte Kirchengebot, unsere Sünden viermal im Jahr zu bekennen, nämlich während der vier großen Fastenzeiten:

  • der Großen Fastenzeit vor Ostern;

  • der Weihnachtsfastenzeit;

  • der Fastenzeit vor dem Fest der Entschlafung der Gottesmutter;

  • der Apostelfastenzeit.

Menschen, die im geistlichen Leben besonders fortgeschritten sind, können monatlich beichten. Andere sollen zumindest einmal im Jahr, besonders während der Großen Fastenzeit, zur Beichte gehen.

Man sollte diese christliche Pflicht jedoch nicht bis zur letzten Woche der Fastenzeit aufschieben. Bereits in den ersten Wochen soll man zum Beichtvater gehen, damit genügend Zeit für innere Umkehr und geistliche Reinigung bleibt und man die Heilige Kommunion würdig empfangen kann.

Ort der Beichte

Der geeignetste Ort für die Beichte ist die Kirche, gewöhnlich vor der Ikone unseres Erlösers Jesus Christus.

Nur Kranke oder Menschen, die aus ernsthaften Gründen nicht in die Kirche kommen können, können auch zu Hause die Beichte ablegen.

Ablauf des Sakraments

Der Priester trägt Epitrachilion und Phelonion und spricht zunächst die üblichen Anfangsgebete.

Es folgen Psalm 50, der Psalm der Buße und des Sündenbekenntnisses, die Bußtropare sowie zwei Gebete, in denen der Priester Gott um die Vergebung der Sünden des Beichtenden bittet.

Danach folgt das eigentliche Bekenntnis der Sünden. Dieses kann entweder als Antwort auf Fragen des Priesters oder frei durch den Beichtenden erfolgen.

Anschließend neigt der Beichtende sein Haupt unter das Epitrachilion, und der Priester spricht das Lossprechungsgebet:

„Unser Herr und Gott Jesus Christus möge dir durch die Gnade und das Erbarmen Seiner Menschenliebe vergeben, mein Kind (N.), und dir alle deine Sünden nachlassen …“

Am Ende kann der Beichtvater, wenn dies erforderlich ist, entsprechend der Art der begangenen Sünden eine geistliche Regel oder Epitimie auferlegen.

Die Epitimien

Epitimien – auch Bußregel oder geistliche Auflage genannt – sind geistliche Mittel der Buße, die der Beichtvater dem Beichtenden auferlegen kann.

Dazu können beispielsweise gehören:

  • bestimmte Gebete;

  • Niederwerfungen;

  • der Besuch von Gottesdiensten oder Kirchen;

  • Werke der Barmherzigkeit;

  • Fasten;

  • der Verzicht auf bestimmte Speisen;

  • die Enthaltung von bestimmten Verhaltensweisen oder Gewohnheiten.

Die strengste Epitimie ist der zeitweise Ausschluss vom Empfang der Heiligen Kommunion.

Das Ziel der Epitimien ist nicht die Bestrafung des Sünders, sondern seine geistliche Heilung, Umkehr und Besserung. Sie sind Hilfen und geistliche Übungen, die den Menschen in der Tugend stärken und ihn von der Sünde entfernen sollen.

Verbindung mit der Heiligen Kommunion

Das Sakrament der Buße ist eng mit der Heiligen Kommunion verbunden.

In der orthodoxen kirchlichen Praxis gehört die Beichte in der Regel zur Vorbereitung auf den Empfang der Heiligen Kommunion. Wer beichtet, tut dies daher häufig auch mit dem Ziel, sich geistlich auf den würdigen Empfang der Heiligen Eucharistie vorzubereiten.